Die Viskosität von HPMC liegt zwischen 400 und 200.000 mPa·s, und die Wahl der richtigen Sorte hängt von Ihrer Anwendung ab: niedrige Viskosität (400–1.500 mPa·s) für selbstnivellierende und spritzbare Produkte, mittlere Viskosität (1.500–15.000 mPa·s) für Fliesenkleber und Spachtelmasse, sowie hohe Viskosität (15.000–200.000 mPa·s) für dickflüssige Gelprodukte und hohe Wasserbindung bei geringer Dosierung. Als Faustregel gilt: Eine höhere Viskosität bedeutet eine stärkere Verdickungswirkung bei geringerer Dosierung, ist jedoch schwieriger aufzulösen und zu vermischen.

In diesem Leitfaden werden die Messung der HPMC-Viskosität, die Auswahl der richtigen Typen je nach Anwendungsbereich sowie Überlegungen zur Rezeptur erläutert, um Ihnen bei der Auswahl des optimalen Typs für Ihr Produkt zu helfen.
Wie die Viskosität von HPMC gemessen wird
Die Viskosität von HPMC wird in der Regel als wässrige 2%-Lösung bei 20 °C mit einem Rotationsviskosimeter (Typ Brookfield) gemessen. Der Viskositätswert gibt den Fließwiderstand der Lösung unter bestimmten Scherbedingungen an.
Wichtige Messparameter:
- Konzentration: 2% HPMC in Wasser (Gewicht/Gewicht)
- Temperatur: 20 °C (±0,1 °C)
- Messgerät: Brookfield-Rotationsviskosimeter
- Spindel und Drehzahl: variieren je nach Viskositätsbereich (z. B. Spindel #2 bei 60 U/min für mittlere Viskosität)
Wichtig: Verschiedene Hersteller können leicht unterschiedliche Messbedingungen anwenden. Vergleichen Sie stets Viskositätswerte, die unter denselben Bedingungen gemessen wurden. TENESSY gibt auf jedem Analysezertifikat standardisierte Viskositätsangaben an.
HPMC-Viskositätsklassen
TENESSY stellt HPMC in vier Viskositätsklassen her:
Niedrige Viskosität (400–1.500 mPa·s)
Note | Viskosität | Die besten Anwendungen | Typische Dosierung |
TL-400 | 400 mPa·s | Selbstnivellierender Mörtel, Spritzmörtel, Reinigungsmittel | 0.3–1.0% |
TL-1000 | 1.000 mPa·s | Selbstnivellierender Dünnbettmörtel, Reinigungsgele | 0.3–0.8% |
TL-1500 | 1.500 mPa·s | Fliesenkleber (Großformat), Allzweckreiniger | 0.3–0.6% |
Merkmale: Leicht löslich, geringe Verdickungswirkung, hervorragende Fließ- und Verlaufseigenschaften. Bevorzugt, wenn die Formulierung flüssig bleiben soll (selbstnivellierende Massen) oder wenn eine hohe Dosierung ohne übermäßige Verdickung erforderlich ist.
Mittlere Viskosität (1.500–15.000 mPa·s)
Note | Viskosität | Die besten Anwendungen | Typische Dosierung |
TL-6000 | 6.000 mPa·s | Fliesenkleber, Wandspachtelmasse, Ausgleichsspachtel | 0.3–0.5% |
TL-10000 | 10.000 mPa·s | Fliesenkleber, Außenkitt, Mörtel | 0,2-0,4% |
TL-15000 | 15.000 mPa·s | Hochwertiger Fliesenkleber, Dickschichtmörtel | 0,2-0,4% |
Merkmale: Ausgewogenes Verdickungsverhalten und Wasserrückhaltevermögen. Die am häufigsten verwendete Produktreihe für Bauanwendungen. Gute Auflösungsgeschwindigkeit und gute Einmischeigenschaften.
Hohe Viskosität (15.000–100.000 mPa·s)
Note | Viskosität | Die besten Anwendungen | Typische Dosierung |
TL-30000 | 30.000 mPa·s | Wandspachtel, Schwermörtel, Rissfüller | 0.2–0.3% |
TL-50000 | 50.000 mPa·s | Dickflüssiger Kitt, Fugenfüller, Rissausbesserung | 0.15–0.3% |
TL-100000 | 100.000 mPa·s | Maximale Wasserbindung, geringe Dosierung | 0,1-0,2% |
Merkmale: Hohe Verdickungswirkung bei geringer Dosierung. Langsamere Auflösung. Bevorzugt, wenn eine hohe Wasserbindung bei minimaler Zugabe erforderlich ist (um Beeinträchtigungen anderer Formulierungseigenschaften zu vermeiden).
Ultrahohe Viskosität (100.000–200.000 mPa·s)
Note | Viskosität | Die besten Anwendungen | Typische Dosierung |
TL-150000 | 150.000 mPa·s | Spezielle hohe Wasserspeicherkapazität | 0.1–0.15% |
TL-200000 | 200.000 mPa·s | Maximale Wasserspeicherung, dickflüssige Gele | 0.05–0.15% |
Merkmale: Maximale Verdickung und Wasserbindung bei geringster Dosierung. Langsamste Auflösung – erfordert die Dispersionsmethode mit heißem bzw. kaltem Wasser.
Leitfaden zur anwendungsspezifischen Auswahl der Viskosität
Fliesenkleber
Fliesentyp | Empfohlene Viskosität | Dosierung | Begründung |
Standard-Keramik (für den Innenbereich) | 6.000–15.000 mPa·s | 0.3–0.5% | Ausgewogenes Verhältnis zwischen Verarbeitbarkeit und Standfestigkeit |
Großformatiges Porzellan | 15.000–30.000 mPa·s | 0.3–0.4% | Höhere Durchbiegungsfestigkeit für schwere Fliesen |
Glasmosaik / kleine Fliesen | 6.000 mPa·s | 0.3–0.5% | Gute Verarbeitbarkeit, einfache Einstellung |
Naturstein | 15.000 mPa·s | 0.3–0.5% | Verhindert Verfärbungen des Untergrunds, guter Halt |
Weiterlesen: HPMC für Fliesenkleber →
Wandspachtelmasse und Ausgleichsspachtel
Anmeldung | Empfohlene Viskosität | Dosierung | Begründung |
Spachtelmasse für Innenwände | 30.000–50.000 mPa·s | 0,2-0,4% | Hohe Wasseraufnahmefähigkeit, glatte Oberfläche |
Außenkitt | 40.000–75.000 mPa·s | 0.2–0.3% | Witterungsbeständigkeit, Rissvermeidung |
Spachtelmasse / Endbearbeitung | 30.000–50.000 mPa·s | 0.2–0.3% | Einfaches Auftragen, kein Schrumpfen |
Trockenmischmörtel
Mörtelart | Empfohlene Viskosität | Dosierung | Begründung |
Mauermörtel | 6.000–15.000 mPa·s | 0,2-0,4% | Verarbeitbarkeit, Wasserrückhaltevermögen |
Putzmörtel | 15.000–30.000 mPa·s | 0.2–0.3% | Hautstraffung, Feuchtigkeitsspeicherung |
Reparaturmörtel | 15.000–30.000 mPa·s | 0.3–0.5% | Haftfestigkeit, Schrumpfkontrolle |
ETICS-Kleber | 15.000–30.000 mPa·s | 0.3–0.5% | Durchbiegungsfestigkeit, Offenzeit |
Selbstnivellierende Masse
Anmeldung | Empfohlene Viskosität | Dosierung | Begründung |
Selbstnivellierende Unterlagsmasse | 400–1.000 mPa·s | 0.3–0.5% | Niedrige Viskosität für einen guten Durchfluss und eine gute Entlüftung |
Selbstnivellierende Deckschicht | 400 mPa·s | 0.3–0.5% | Maximaler Durchfluss, minimale Verdickung |
Wichtigste Erkenntnis: Selbstnivellierende Massen erfordern HPMC mit NIEDRIGER Viskosität. Die Verwendung von HPMC mit mittlerer oder hoher Viskosität beeinträchtigt die Selbstnivellierungseigenschaft. Gleichzeitig sorgt die Sorte mit niedriger Viskosität für die notwendige Wasserrückhaltung, um ein Ausbluten zu verhindern und eine ordnungsgemäße Hydratation zu gewährleisten.
Wasch- und Reinigungsmittel
Produkttyp | Empfohlene Viskosität | Dosierung | Begründung |
Toilettenreiniger-Gel | 1.500–6.000 mPa·s | 0.5–1.5% | Gelartige Konsistenz, säurestabil |
Geschirrspülmittel | 400–1.500 mPa·s | 0.5–1.0% | Gießfähig, schaumstabil |
Reiniger für harte Oberflächen | 100–1.500 mPa·s | 0.2–1.0% | Sprühbar, gleichmäßiger Auftrag |
Bodenreiniger | 100–400 mPa·s | 0,2-0,5% | Geringe Rückstände, gleichmäßige Verteilung |
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Dosierung vs. Viskosität: Der Kompromiss
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass höhere Viskositätsklassen immer besser sind. In Wirklichkeit muss bei der optimalen Wahl ein Gleichgewicht zwischen Verdickungseffizienz und praktischen Überlegungen zur Rezeptur gefunden werden:
Faktor | Niedrige Viskosität | Hohe Viskosität |
Verdickungswirkungsgrad | Niedriger (mehr erforderlich) | Höher (weniger benötigt) |
Auflösungsgeschwindigkeit | Schneller | Langsamer |
Schwierigkeitsgrad beim Mischen | Einfach | Härter (Gefahr der Klumpenbildung) |
Kosten pro Rezeptur | Kann höher sein (mehr Produkt) | Kann geringer ausfallen (weniger Produkt) |
Auswirkungen auf andere Eigenschaften | Minimal (geringer Zusatz) | Minimal (geringer Zusatz) |
Risiko einer übermäßigen Verdickung | Niedrig | Höher |
Faustregel: Beginnen Sie mit einer Sorte mittlerer Viskosität (6.000–15.000 mPa·s für Bauprodukte, 400–1.500 für Waschmittel) und passen Sie diese auf der Grundlage von Leistungstests an. Wechseln Sie nur dann zu Sorten mit hoher Viskosität, wenn Sie bei minimaler Dosierung eine maximale Wasserbindung benötigen.
So löst man HPMC richtig auf
Die Auflösungsmethode variiert je nach Viskositätsklasse:
Für niedrige und mittlere Viskosität (≤ 15.000 mPa·s):
- HPMC-Pulver unter Rühren in Wasser mit Raumtemperatur einrühren
- Weiterrühren für 15–30 Minuten, bis sich alles vollständig aufgelöst hat
- Die Lösung ist einsatzbereit
Für hohe und extrem hohe Viskosität (>15.000 mPa·s) — Heiß-/Kalt-Dispersionsverfahren:
- Wasser auf 80–90 °C erhitzen
- HPMC-Pulver unter kräftigem Rühren hinzufügen (es verteilt sich bei dieser Temperatur, löst sich jedoch nicht auf)
- Nachdem das gesamte Pulver aufgelöst ist, fügen Sie kaltes Wasser oder Eis hinzu, um die Temperatur unter 50 °C zu senken.
- Umrühren, bis sich alles vollständig aufgelöst hat (die Lösung wird beim Abkühlen dickflüssiger)
Oberflächenbehandelte Sorten (verzögerte Auflösung): Kann direkt in kaltes Wasser gegeben werden. Die Dispersion erfolgt sofort; die Auflösung beginnt nach 5–15 Minuten Rühren. Ideal für automatisierte Produktionslinien.
FAQ
Welche HPMC-Viskosität eignet sich am besten für Fliesenkleber? Für Standard-Fliesenkleber verwenden Sie HPMC mit einer Viskosität von 6.000–15.000 mPa·s bei einer Dosierung von 0,3–0,5%. Für großformatigen Fliesenkleber, der eine höhere Standfestigkeit erfordert, verwenden Sie 15.000–30.000 mPa·s. Lesen Sie unseren ausführlichen Leitfaden: HPMC für Fliesenkleber.
Wie rechne ich die HPMC-Viskosität zwischen verschiedenen Konzentrationsangaben um? Viskositätsangaben werden in der Regel bei einer Konzentration von 2% angegeben. Wenn Sie einen Vergleich mit einer 1%-Spezifikation anstellen müssen, beachten Sie bitte, dass 1%-Lösungen eine deutlich geringere Viskosität aufweisen (je nach Typ etwa 1/5 bis 1/10 des 2%-Werts). Vergleichen Sie die Viskositäten stets bei gleicher Konzentration und Temperatur.
Kann ich verschiedene HPMC-Viskositätsklassen miteinander mischen? Ja. Das Mischen verschiedener Viskositätsklassen ist bei der Optimierung von Rezepturen gängige Praxis. So lässt sich beispielsweise durch das Mischen einer Viskositätsklasse von 6.000 mPa·s mit einer von 30.000 mPa·s eine mittlere Viskosität erzielen, bei der sich Auflösungsgeschwindigkeit und Verdickungswirkung in einem ausgewogenen Verhältnis befinden. Die resultierende Viskosität entspricht in etwa dem gewichteten logarithmischen Mittelwert der Viskositätsklassen der einzelnen Komponenten.
Weiterführende Literatur
- HPMC vs. HEMC: 5 wesentliche Unterschiede
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